Chronik der Ascania

Die Burschenschaft Ascania wurde am 15. November 1902 von den Herren Florin und Wehr (ehemals Burschenschaft Teutonia Friedberg) sowie Balin, Brinkmann und Gössmann (ehemals Technischer Verein Ascania

Hildburghausen) in Friedberg gegründet. Als Wahlspruch wurde der Wahlspruch der Jenaer Urburschenschaft von 1815  „Ehre - Freiheit - Vaterland" übernommen; als Wappenspruch der damals pflichtschlagenden Verbindung entschied man sich für „Furchtlos und Treu“. Bis zum Jahre

1934 waren sechs scharf gefochtene Mensuren Pflicht: zwei als Fux, vier als Bursche.

Unser Wappen führt die Landesfarben der Ascanen oder Anhaltiner:

Grün-Weiss-Rot - außerdem das Burschenschafterkreuz mit darauf liegendem Friedberger Adler mit schwarz-weißer Brust. Im grünen Feld befindet sich der Zirkel (Erkennungszeichen), im weißen Feld das Stiftungsdatum mit umliegendem Kranz mit schwarz-weiss-grüner Schleife als Zeichen der Verbundenheit sowie zwei gekreuzten Korbschlägern als Kennzeichen der Mensureinstellung. Im roten Feld befindet sich der ascanische Bär als Wahrzeichen und Symbol der Farben und des Namens. Unsere Gründer vereinten die Landesfarben der Ascanen und die Stadtfarben Friedbergs zu unseren Bundesfarben: „Schwarz, Weiß und Grün“. Diese sind bis heute stellvertretend für „Treue, Reinheit und Hoffnung“.

Zu Beginn des 1. Weltkrieges 1914 wurde die Aktivitas der B! Ascania temporär inaktiviert, da durch den Wehrdienst kein Corporationsleben aufrecht erhalten werden konnte. Mit Ende des Krieges 1918 wurde die Aktivitas sofort reaktiviert und wuchs schnell auf 40 Bundesbrüder an. 

 

Das Corporationsleben im hessischen Friedberg begann mit vielen verschiedenen aktiven Studentenverbindungen aufzublühen. So schlossen sich 1921 alle schlagenden Verbindungen zum „Friedberger Waffenring“ zusammen, über welchen noch heute Menuren innerhalb Friedbergs sowie über dessen Grenzen hinaus ausgemacht werden.

20 Jahre nach der Entstehung gründeten 11 Ascanen den "Altherrenverband e.V." und traten so als erste Bundesbrüder der Altherrenschaft der B! Ascania bei.

Ab dem Jahr 1934 begannen die Nationalsozialisten mit der "Gleichschaltung" aller Studentenorganisationen. Fortan war in Deutschland auch kein Platz mehr für die traditionellen Studentenverbindungen. Sie wurden von den Nationalsozialisten als „reaktionär“, „spießig“ und „ewiggestrig“ denunziert. Rudolf Heß verbot allen studierenden Angehörigen der NSDAP die Mitgliedschaft in einer studentischen Verbindung. Zwischen 1934 und 1936 lösten sich die meisten Studentenverbindungen entweder freiwillig oder durch den Druck der Regierung auf, so auch die Burschenschaft Ascania. 1938 verkündete Reichsstudentenführer Scheel dann das Ende der traditionellen Studentenverbindungen.

Nach Ende des 2. Weltkrieges im Jahr 1945 begannen vereinzelte Bundesbrüder die Adressen der in Deutschland verstreuten Ascanen ausfindig zu machen. Mit zusätzlicher Unterstützung anderer Friedberger Bünde konnte die Aktivitas im Jahr 1950 mit 20 studierenden Mitgliedern nach 15 Jahren endlich reaktiviert werden. 

Im Jahr 1956 gelang eine Anmietung der Friedberger Burgwache, welche noch heute den Mittelpunkt des Verbindungslebens der B! Ascania darstellt. In ihr konnte ein Kneipsaal, eine Bar sowie Wohnraum für mehrere Aktive Studenten untergebracht werden. Um der steigenden Aktivenzahl eine Wohnung im direkten Corporationsleben anbieten zu können, wurde im Jahr 1971 ein weiterer Gebäudeteil des Burgtors angemietet, welcher ebenfalls bis heute von unseren aktiven Studenten bewohnt wird. 

Seit dem Jahre 1919 engagiert sich die Burschenschaft Ascania in den, über die Jahrzehnte sich verändernden, örtlichen Zusammenschlüssen der Friedberger Studentenverbindungen.
1964 gründete die Burschenschaft Ascania zusammen mit 4 weiteren Burschenschaften den Dachverband „Deutsche Ingenieur-Burschenschaft“ (DIB), welcher im Jahre 1988 in „Deutsche Hochschul-Burschenschaft“ (DHB) umbenannt wurde. Ein wichtiges Ziel vieler Burschenschaften und burschenschaftlichen Verbände nach dem 2. Weltkrieg war die Forderung nach der Einheit und Freiheit Deutschlands und die Manifestation des entsprechenden Wortlautes der Präambel des Grundgesetzes in der öffentlichen Wahrnehmung. Durch die friedliche Revolution in der DDR 1989 und den Beitritt der Deutschen Demokratischen Republik zur Bundesrepublik Deutschland am 3. Oktober 1990 wurde der vier Jahrzehnte währende Zustand der deutschen Staatenteilung beendet.

Ende der neunziger Jahre öffnete sich der Verband „Deutsche Burschenschaft“ (DB) gegenüber Studenten an Fachhochschulen und ermöglichte damit den Mitgliedern der DHB die Aufnahme. Die Burschenschaft Ascania und weitere DHB-Mitgliedsbünde traten 1999 der DB bei. Die DHB wurde als Verband aufgelöst.

Spätestens ab dem Jahre 2011 änderte sich das innenpolitische "Klima" in der Deutsche Burschenschaft. Aggressiv-nationalistische Gruppierungen dominieren mehr und mehr das Geschehen innerhalb des Verbandes. Einzelne Mitglieder und Funktionäre vertraten extremistische und rassistische Positionen und versuchten durch radikal-ideologische Anträge öffentliche Aufmerksamkeit zu erlangen. Um diesen extremistischen Positionen entgegenzuwirken, schlossen sich im Jahre 2012 mehrere liberale Burschenschaften, darunter die Burschenschaft Ascania, innerhalb der DB in der "Initiative Burschenschaftliche Zukunft" (IBZ) zusammen. Die innerverbandlichen Richtungsstreitigkeiten führten letztlich jedoch zum Austritt von über 40 Burschenschaften, darunter viele IBZ-Mitglieder. Die Burschenschaft Ascania trat 2014 aus der DB aus.

2016 gründeten viele der in der IBZ organisierten Burschenschaften den neuen, liberalen burschenschaftlichen Dachverband "Allgemeine Deutsche Burschenschaft" (ADB), dem die Burschenschaft Ascania als Gründungsmitglied angehört.

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